Unsere Vision vom Zusammenleben

 Konzept

 

zum

 

gemeinschaftlichen Wohnen

 

mit dem

 

Mietshäusersyndikat

 

 

Stand: Sept. 2019

 

Die Wohngruppe – Wir über Uns:

 

Wir sind ein selbst gewählter Zusammenschluss von Menschen mit gemeinsamen Vorstellungen, Grundsätzen, Werten und Wünschen. Unser Ziel ist das Leben in individualisiertem Wohnraum und in Gemeinschaft mit sozialem Rückhalt. Dies wollen wir in einem Projekt mit dem Mietshäusersyndikat realisieren.

 

Die Größe der Wohngruppe soll 15-20 Menschen betragen mit der Option für eine Erweiterung.

 

Eine Realisierung wünschen wir uns in den nächsten 1-3 Jahren.

 

Wir sind Menschen unterschiedlichen Alters und ansprechbar für Einzelpersonen, Paare, Alleinerziehende und andere familiäre Lebensgemeinschaften. In dieser Vielfältigkeit sehen wir die Chance, einander in Erfahrungen, Kompetenzen und Ressourcen zu ergänzen und zu bereichern und so solidarisches Zusammenleben zu ermöglichen. Wichtig ist uns dabei eine wertschätzende Kommunikationskultur.

 

Ein Teil unserer Gruppenmitglieder sind Frauen +/- 60 in den letzten Erwerbsjahren. Für viele scheint der Wohnraum vor allem im Ruhestand nicht mehr bezahlbar. Dem sinkenden Einkommen stehen dann steigende Kosten für Ernährung, Gesundheit und Pflege gegenüber. Zudem kosten Teilhabe und Kultur in der Regel viel Geld. Theater, Konzert, Cafébesuch, Schwimmen oder Urlaub, das alles wird bei einer geringen Rente schnell unmöglich. Als Folge drohen Isolation und Vereinsamung. Ähnlich Probleme kennen junge Familien oder Menschen mit geringem Einkommen. Dem wollen wir mit dem Aufbau einer sorgenden Gemeinschaft entgegen wirken, in der es möglich sein soll, unabhängig von Alter, Herkunft oder Einkommen Beziehungen aufzubauen. Wir glauben, dass in einer Kultur der Offenheit, Mitverantwortung und gegenseitigen Sorge das Leben besser gelingen kann und auch Probleme und Notlagen besser überwunden werden können.

 

Ebenso würden wir uns wünschen, dass ein fröhliches (und freiwilliges) Miteinander entsteht, man z. B. gemeinsame Interessen und Hobbies teilen und Feste gemeinsam feiern kann.

 

Wohnen muss bezahlbar sein!

 

Wichtig ist für uns günstiger Mietwohnraum. Den Mietpreis möchten wir auf jeden Fall auf 7,50 Euro/qm begrenzen. Dazu beitragen soll Wohnraumverdichtung. Wir wollen den individualisierten Wohnraum relativ klein halten, ca. 40 qm für eine Einzelperson, mit eigenem Bad/Nasszelle, Toilette, Waschbecken und der Möglichkeit einer eigenen (Tee-) Küche. Wir streben nutzbare Formen öffentlicher Förderung an.

 

Gemeinschaftsflächen

 

Wir wünschen uns Räume und Flächen zur gemeinschaftlichen Nutzung, dabei denken wir an: Gemeinschaftsraum zum Feiern, Essen, für kreative Aktivitäten, Bibliothek, Fernseh-/Medienraum etc. Wenn möglich: Gemeinschaftsküche, Waschmaschinen- und Hausarbeitsraum, Nutzung von z.B. Fluren als Bibliothek oder Sitzecke, Sitzflächen im Außenbereich, Möglichkeit zum (Klein-)Gärtnern / Tierhaltung, (Fahrrad-)Werkstatt, Gästezimmer, Abstellraum

 

Ökologische Aspekte

 

Uns ist ökologische Nachhaltigkeit wichtig. Daher wünschen wir uns, dass sowohl beim persönlichen Lebensstil als auch beim Bauen und Wohnen ökologische und energetische Aspekte berücksichtigt werden. Gern kreislaufwirtschaftlich orientiert, Interesse für Permakultur, ressourcenschonend, gern vegetarisch oder vegan (kein „Muss“), tierwohlorientiert.

 

Auf Autos ganz zu verzichten, können wir uns nicht vorstellen, aber wir setzen uns für autoreduziertes Wohnen ein. Die Möglichkeit von Car-Sharing würden wir begrüßen. Sollte die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel unzureichend sein, stehen wir für kreative phantasievolle Lösungen in Eigenregie oder in Zusammenarbeit mit Ortsgemeinden.

 

Barrierearm

 

Wir wünschen uns möglichst barrierearmen Wohnraum mit der Möglichkeit, im Fall einer Bedürftigkeit später nachrüsten zu können. Einen evtl. Neubau würden wir natürlich im Rahmen der jetzt geltenden gesetzlichen Regelungen zur Barrierefreiheit errichten.

 

Soziales Miteinander

 

Wir wünschen uns solidarisches Zusammenleben. Das beinhaltet für uns gegenseitige Unterstützung und Hilfe bei Bedürftigkeit genauso wie das Teilen von materiellen und ideellen Dingen. Wir meinen, dass nicht jede/r alles selbst besitzen muss, viele Dinge können gemeinschaftlich genutzt werden und tragen somit zu sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit bei.

 

Uns ist klar, dass Zusammenleben und -wohnen nicht immer einfach ist und viel Konfliktpotential in sich birgt, daher ist uns eine wertschätzende Kommunikationskultur besonders wichtig. Im Konfliktfall können wir uns vorstellen bei der Lösung auch Hilfe von außen zu suchen z.B. Mediation oder Supervision.

 

Selbstverwaltetes Wohnprojekt: das bedeutet Engagement von allen für alle!

 

Für notwendig erachten wir die Bereitschaft zur Mitarbeit in der Gruppe, d.h. Beteiligung an regelmäßigen Wohngruppentreffen, Besuch der Stammtische des Mietshäusersyndikats, selbstständiges Informieren über das Modell Mietshäusersyndikat, anteiliges Übernehmen von anfallenden Arbeiten und Aufgaben z.B. das Schreiben von Protokollen und das Übernehmen der Gesprächsführung bei Gruppentreffen, aber auch die Übernahme von Ämtern in Verein und Geschäftsführung, Buchführung, Verwaltung, Bereitschaft zum Lernen notwendiger Methoden und Inhalte ebenso wie das Einbringen eigener Ideen und Tätigkeiten je nach Kraft und Ressourcen.

 

Gemeinsame Werte

 

In Verschiedenheit und Vielfältigkeit sehen wir einen großen Reichtum im menschlichen Miteinander. Unverzichtbare Voraussetzung sind für uns dabei Toleranz, gegenseitiger Respekt und die Wahrung der Würde aller Lebewesen. Wir stehen für eine lebendige Gemeinschaft unabhängig von Glaube, Geschlecht, Alter, Hautfarbe oder sexueller Orientierung. Wir wollen unsere Talente, Interessen und Erfahrungen gern mit anderen Menschen teilen, wichtig sind uns aber auch Rückzugsmöglichkeiten und Eigenständigkeit und der Verzicht auf Gruppenzwang.

 

Nicht geht bei uns: Jede Art von Dogmatismus, Faschismus oder Fanatismus. Fremdenfeindlichkeit, politische Radikalität (auch keine AFD). Bitte kein Missionieren und keine spirituelle oder religiöse Gesamtausrichtung der Gruppe (das sollte persönlicher Lebensstil bleiben).

 

Geografischer Raum und Nachbarschaft

 

Wir bevorzugen das Randgebiet von Hannover oder ein Dorf oder eine Kleinstadt im Großraum – max. 30 Autominuten von Hannover entfernt. Dabei wünschen wir uns gute Einkaufsmöglichkeiten und ein grünes Umfeld. Fehlende Gegebenheiten würden wir gern in Eigenregie organisieren.

 

Gutes Zusammenleben mit der Nachbarschaft, dem Dorf oder Stadtteil ist uns wichtig. Wir wünschen uns Dialog, Austausch und ein bereicherndes Miteinander. Der soziale Gedanke soll nicht an unserer Haustür enden. Das könnte die Zusammenarbeit mit Vereinen, Kirchengemeinde, öffentlichen Angeboten etc. beinhalten. Gut vorstellen können wir uns auch selbst Angebote z.B. kreativer Art zu machen und uns so der Nachbarschaft zu öffnen.

 

Organisationsform

 

Wir wünschen uns die Realisierung des Projektes mit dem Mietshäusersyndikat und somit den Erwerb eines entsprechenden Bestandsgebäudes. Sollte dies nicht gelingen, könnten wir uns auch einen An- oder Neubau vorstellen. Beim Mietshäusersyndikat handelt es sich um eine Beteiligungsgesellschaft zum gemeinschaftlichen Erwerb von Häusern, die selbstorganisiert in Gemeineigentum überführt werden, um langfristig bezahlbare Wohnungen und Raum für Initiativen zu schaffen. Wohnprojekte werden Eigentum einer eigenen GmbH, in der der jeweilige Hausverein und das Mietshäusersyndikat vertreten sind. Der Eigentumstitel der Immobilie liegt bei der GmbH, über den Verein verwalten die Nutzer ihr Objekt eigenverantwortlich. Eigenkapital der BewohnerInnen ist nicht erforderlich.

 

Alle BewohnerInnen sind Mitglied im sog. Hausverein und erhalten einen ordentlichen/ rechtssicheren Mietvertrag, mit dem auch die Beantragung von Transferleistungen (wie Wohngeld, Grundeinkommen, „Hartz 4“ oder Bafög) möglich ist.

 

Nähere Informationen unter www.syndikat.org.

 

Der Weg zum selbstverwalteten Mietwohnprojekt:

 

↓ Arbeitsfähige Projektgruppe gründen

 

↓ Grundstück oder Gebäude suchen

 

↓ Gründung eines Vereines

 

↓ Konzept überarbeiten (Architektenbeteiligung) und genauer Finanzierungsplan

 

↓ Privatdarlehen sammeln

 

↓ GmbH-Gründung

 

↓ Bankenfinanzierung sichern

 

↓ Grundstücks- oder Gebäudekauf

 

↓ Aufnahme im Mietshäusersyndikat

 

↓ Baubeginn oder Umbau

 

↓ Bauüberwachung

 

↓ Einzug

 

Selbstverwaltung bedeutet:

 

o Günstige Mieten – max. 7,50/qm für den Appartementanteil, Gemeinschaftsflächen sind eingerechnet

 

o Selbstbestimmung der Mieter über Räume, Nutzung, Aufteilung, Freiflächen etc.

 

o Keine Gefahr des Verkaufes

 

o Mietpreisstabilität

 

o Flexible Nutzung der Räume z.B. Zusammenlegen von zwei Wohnungen für Familien oder WG für Studenten (Projekt Wohnen gegen Arbeit) oder Alters-WG mit Pflegekraftwohnung....

 

o Viel Arbeit mit Organisation und Verwaltung

 

o Später: Beratung neuer Projekte

 

Weitere Informationen / Kontaktmöglichkeit unter

 

info@grueneinander.de

 

 

 



 

 

 

 

 

Unser Grüneinander – Selbstverständnis

 

Wohnen und Werte

 

 

  • Wir möchten Gemeineigentum an Haus und Grund, sicheren, bezahlbaren Wohnraum, auch für Menschen mit wenig Geld, Raum für Gruppen und politische Initiativen nach den Grundsätzen des Mietshäusersyndikats.  Näheres wird in unserem Wohnkonzept beschrieben.

 

  • Wir sind uns bewusst, dass wir, selbst wenn wir keine großen finanziellen eigenen Mittel haben, doch in diesem Land sehr privilegiert sind. Durch unsere Staatsbürgerschaft, Ausbildung und Fähigkeiten haben wir große Handlungsspielräume, die wir gern aktiv weiter geben und im Sinn einer gerechteren Welt einsetzen wollen.

 

  • Wir tolerieren daher keine menschenverachtenden oder menschenabwertenden Denkkonzepte oder Ideologien, auch wenn sie in einem spirituellen, esoterischen, religiösen oder politischen, auf den ersten Blick auch gut gemeinten Anstrich daher kommen. Von Bewegungen mit rechten oder verschwörungspolitischen Hintergründen grenzen wir uns klar ab.

 

  • Tiere sehen wir als Mit-Geschöpfe, daher hinterfragen wir Praktiken wie Massentierhaltung und Tierfabriken. Wir wünschen uns respektvollen Umgang mit allen Lebewesen.

 

  • Gemeinsam streben wir eine Lebensweise an, in der unser negativer Einfluss auf die Umwelt minimiert wird. Daher möchten wir später den Alltag im Wohnprojekt möglichst ökologisch und ressourcenschonend gestalten. Wir möchten unser Konsumverhalten kritisch reflektieren und möglichst viel selber machen, wieder verwerten, teilen etc.

 

  • Unser Zusammenleben im Projekt soll auf Solidarität gegründet sein. Unser Ziel ist es, freie Ressourcen umzuverteilen und unterversorgte Menschen zu unterstützen.